EU-geförderter Graswurzeldispositivismus

Bildergebnis für grassroots revolution

Die EU fördert ein neues Programm zur Stärkung der sogenannten „Zivilgesellschaft“ gegen „Extremismus und Terrorismus“. Diese Zweiseitenfliegenklappe ist im Handel nur doppelseitig klebend erhältlich, verkauft sich einfach besser. Ihre antirechte Seite ist allerdings klebriger.

Das „radicalisation awareness network“ bietet Trainings für NGO-Vertreter, Einzelpersonen aus Jugendarbeit, Pädagogik und interkulturellen Insitutionen, die sich durch

a track record in delivering counter or alternative narratives

auszeichnen.

Die Rede von „Gegen- und alternativen Narrativen“ entstammt dem linksextremen Rechtsextremismusbekämpfungsdiskurs. Eine durchaus unheilige Allianz von Antifa-Gedankengut und offiziellem Kampf gegen Extremismus ist zwar bekannt, doch richtig interessant wird’s wenn die  „Bundeszentrale für politische Bildung“  ihre Bevorzugung islamistischer Narrative offen herzeigt:

Aber die Narrative taugen nicht dazu, einen Diskurs, eine Kommunikation zwischen Rechtsextremisten und Nicht-Rechtsextremisten herbeizuführen. Wo islamistische Forderungen an Muslime gestellt werden, sollten sie abgelehnt werden, aber ihr Ursprung, der Islam aus dem sie – wenn auch verfälscht – abgeleitet werden, verdient Respekt. Wo aber rechtsextreme Narrative in Erscheinung treten, sind sie sofort, zumindest nach außen und schon wegen ihrer rechtsextremistischen Herkunft abzulehnen.

Der Grund dafür liegt also in der „gemeinsamen kulturellen Herkunft“ von radikalem Islamismus und wünschenswertem linken Narrativ – während das rechtsextreme Narrativ keine „kulturelle Gemeinschaft“ mit demselben zuläßt! Das muß man sich wirklich auf der Zunge zergehen lassen, daher noch mehr ausführlicher Wortlaut hier:

Für die Bearbeitung islamistischer Narrative im Sinne einer Deradikalisierung – so wäre also zusammenzufassen – benötigt man neben religiösem Wissen und entsprechender Autorität vor allem gute Vermittlungssituationen und gute didaktische Konzepte. Die Gegen-Narrative liegen auf dem Tisch. Es wird sich zeigen, ob sie in der Praxis deradikalisieren können.
Im Bereich des Rechtsextremismus hingegen versagt dieser Ansatz, denn es wird hier keine gemeinsame kulturelle Herkunft von Narrativ und Gegen-Narrativ geben können. Und wo sich die konkurrierenden Parteien gegenseitig und von vorn herein die Legitimation, die kulturelle Gemeinschaft verweigern, werden Narrativ und Gegen-Narrativ zueinander keine Beziehung finden und damit keine Wirkung entfalten können.

„The Civil Society Empowerment Programme“ der EU ist aus verwandtem Holz geschnitzt, seine Aufgabe ist:

to support civil society, grass roots organisations and credible voices.

Graswurzelorganisationen können theoretisch jegliche bottom-up-Initiativen heißen, definitionsgemäß befindet man sich jedoch im anarchopazifistischen, revolutionären, basisdemokratischen Milieu, dem das obige Plakat entstammt.

If we are called criminals because we seek this (i.e. break the chains of law and order) let history judge us.

Die Geschichte hat entschieden: sie werden EU-gefördert, sie sind nicht länger criminals, sondern credible voices. Ihr Kampf ist zum Dispositivismus verkommen.

Das Dispositiv der kulturmarxistischen Macht ist erkennbar, wenn facebook und twitter seit Mitte des Monats einen Upload-Filter gegen extremistische Inhalte setzen und seit drei Tagen ein neues EU-weites Hate-speech-Gesetz zur Notifizierung eingereicht wurde, das die großen Sozialen Netzwerke als Inhaltepolizei installiert hat. Technisch funktioniert dies dann unter anderem so, daß

Twitter im Gefolge von Anschlägen beispielsweise Tweets mit „Gegenerzählungen“ höher platzieren könnte, ohne hierfür die übliche Gebühr zu verlangen.

Die „Gegenerzählungen“ lauten dann wohl so, daß der Anschlag den Rechten in die Hände spielt, ansonsten aber „Respekt“ verdient wegen „kultureller Gemeinschaft“.

But let us not support slavery, let us die in furtherance of freedom.

 

 

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3 Gedanken zu “EU-geförderter Graswurzeldispositivismus

  1. Offenbar erscheinen die narrativ verpackten Interessen der supranationalen EU deren Vertretern kompatibel mit den Anliegen der Angehörigen der weltweiten Umma und der glaubwürdigen Stimmen ihrer kulturmarxistischen Förderer, nicht aber mit denen von Rechtsextremisten, womit hier doch wohl vor allem diejenigen Einheimischen gemeint sind, die ihre Nationalstaaten – mehr oder weniger narrativ – erhalten wollen.
    „Was aber nicht zu deradikalisieren ist, läßt sich nur destruieren!“ Jedenfalls muß dies die Maxime der EU-Erzähler und ihres Anhangs sein. Wollten die Rechtsextremisten im Gegenzug dasselbe für ihre Seite übernehmen, erwiesen sie sich nur einmal mehr als die haters, die sie tatsächlich sind, wie als Erzähler verschlagene fakers, denen man schon darum mit Gegen-Narrativen nicht beikommen kann. Was bleibt, als die Ausgrenzung bis zur Auflösung des Rechtsextremismus?

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  2. „Wo islamistische Forderungen an Muslime gestellt werden, sollten sie abgelehnt werden, aber ihr Ursprung, der Islam aus dem sie – wenn auch verfälscht – abgeleitet werden, verdient Respekt. Wo aber rechtsextreme Narrative in Erscheinung treten, sind sie sofort, zumindest nach außen und schon wegen ihrer rechtsextremistischen Herkunft abzulehnen.“

    Woraus werden eigentlich die rechtsextremen Forderungen an Rechte – wenn vermutlich auch verfälscht – abgeleitet? Da muß es doch eigentlich auch einen Respekt verdienenden Raum geben. Ansonsten kippt das Argument ja schon an seiner Disproportion.

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    1. In diesem Narrativ gibt es keine Differenz zwischen „Rechtsextremen“ und „Rechten“, „Respekt“ verdient nur die Linke. Der Satz ist einfach ein in sich ein zirkulärer clusterfuck – rechtsextreme Narrative sind demnach wegen ihrer rechtsextremistischen Herkunft abzulehnen.

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