Gestern in Berlin

Meine Heimreise aus dem Urlaub im Brandenburgischen führte mich über Berlin Hauptbahnhof. Dort wollten H und die Kinder asiatisch essen, aber auf der Reichstagsseite des Bahnhofs schlug mir das hier unvermittelt auf den Magen:

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Etwa 30 Skulpturen von fratzenhaft verzerrten übermannsgroßen Wölfen, dazwischen Ständer mit Aufklärungsplakaten über „Rassismus“, „rechte Hetze“, „AfD und Pegida“, „Hass“, „Populismus“ usw. usf.. Als ich las „Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf“, verstand ich auf der Stelle, worum es ging: die anthropologischen Grundannahmen rechten Denkens durch übelste Propaganda im Stürmer-Stil auf einem riesigen öffentlichen Platz zu desavouieren. Mein Ältester meinte, darüber aufgeklärt, was mich daran denn so aufbringe, sarkastisch zu mir: „Mama, die Nazis sind jetzt die neuen Juden“. Mit jetzt mehr Wut als Hunger im Bauch ging ich auf einen dick gepanzerten Polizisten zu, der da Wache schob.

„Guten Tag, entschuldigen Sie, können Sie mir sagen, wer diese Ausstellung erlaubt hat?“

„Weeß ick nich‘.“

„Aber so eine Veranstaltung muß doch jemand angemeldet haben.“

„Dat könnse machen, zahlnse halt viel Jeld für und dann könnse machen, wat se wolln.Ick steh hier aber nicht für dat, sondern wegen die Demo da hinten. Dat hier is halt Kunst.“

„Ich denke nicht, daß das Kunst ist, das ist Propaganda.“

„Kunst darf allet!“

„Es gibt Grenzen der Kunst, aber danke schön.“

So zog ich zur „Diskutierecke“ (scheußliches Wort) und sprach einen freundlichen Normalbürger an, der nebst einem repräsentativen Flüchtling dort ebenfalls Wache schob (denn daß er zum Diskutieren da stand, konnte im folgenden nicht bestätigt werden).

„Hallo, entschuldigen Sie, können Sie mir sagen, wer diese Ausstellung erlaubt hat?“

„Wieso erlaubt?“

„Je nun, so eine politisch stark tendenziöse Kunstausstellung im öffentlichen Raum muß doch genehmigt werden.“

„Die Bundesregierung glaub ich. Aber was gefällt dir denn daran nicht?“

„Ich halte die öffentliche Diskreditierung rechter Positionen für gefährlich. Und die ästhetischen Mittel, diese Wölfe wie Nazipropaganda-Karikaturen, und diese „Aufklärungsplakate“ *gänsefüßchenzeig* finde ich fragwürdig.“

„Dann bist du aber die einzige, der das hier nicht gefällt. Kannste ja gerne sagen, aber du bist die einzige.“

„Ja, weil der Mainstream inzwischen linksradikal ist, und solche Darstellungen für normal hält, und nicht mehr diskutiert.“

„Wir sind doch tolerant und diskutieren mit Dir. Und Du kannst auch gerne was auf unsere Tafel schreiben, das steht jedem offen.“

Ich ließ den toleranten Herrn stehen und schrieb auf die Tafel unter die vorgegebene Frage: „Was können wir tun, um den Hass zu stoppen?“ zwischen lauter Peacezeichen und „Hate racism“-Slogans und „Tolle Ausstellung“-Affirmationen meinen eigenen Text:

„Falsche Fragestellung! Haß ist eine anthropologische Konstante. Gruppen oder Länder mit homogenerer Zusammensetzung tendieren zu weniger „Hass“. Für eine tiefere Auseinandersetzung empfehle ich: sezession.de“

Nach frisch getaner Tat ging ich zur essenden Familie zurück, aber dann hörte ich Sprechchöre, wieder auf zu essen, und wurde hellhörig. Ganz weit hinten in einer Straße näherte ich ein Zug von etwa 20 Leuten, mit einschlägigen rechten Fahnen. Ich ging wiederum zu einem der (migrantischen) Polizisten und fragte, wer diese Leute dort seien. „Bärgida, die Berliner Gruppe von Pegida“ war die Antwort. „Ach gut, endlich jemand, dem außer mir diese Ausstellung auch nicht gefällt“, meinte ich zum verwirrten Polizisten.

Als ich „Bella Ciao“ aus dem Recorder krächzen hörte, wußte ich, die Antifa war wie bestellt vor Ort. Klar, deren Banner waren unverkennbar, das Megaphon auch, das Aussehen auch (Karikatur: bunter Goa-Style oder schwarze Hoodies, Rasta oder Glatze).

Staunend in diese abgesperrte Szene vertieft, rief H mich zurück, wir verpassen sonst den Zug!

Später erfuhr ich zu meinem Schrecken, was für Fahnen die Bärgida-Leute (Karikatur: feist, tumb, kahl) spazierentrugen: rot-weiß-schwarz ist quasi das stand-in für you-know-which-flag, und die anderen waren Phantasiefahnen mit Elementen der Reichskriegsflagge!

Nein, nein, und nochmal nein! Entweder sind das wirklich Trotteln vor dem Herrn, die genau das bestätigen, was die Ausstellungspropagandisten voraussetzen: Rechte sind gefährliche Nazis, NPD-Hanseln, Skinheads. Oder es sind bestellte Weißbrötchen. Karikatur gegen Karikatur, das allemal.

Es ist so unendlich ärgerlich, schade, vergeblich, sich gegen solche „Kunst“ zu versuchen zu wehren, wenn einem solche Leute alles verderben. Man glaube ja nicht ernsthaft, daß jemand meinen Leseempfehlungen am Plakat nachgeht …

 

 

 

3 Gedanken zu “Gestern in Berlin

  1. Der Satz, den Sie an die Tafel schrieben, ist nicht falsch, sogar sehr gut, nur habe ich einen Einwand: zur Homogenität muß auch ein entsprechend hoher IQ kommen, den hauptsächlich die Völker nördlich des Äquators aufweisen (weiße Europäer, Nordostasiaten); diese sind auch milder im Temperament (im Schnitt). Jamaica z. B. dürfte ethnisch recht homogen sein, ist jedoch konfliktträchtig. Das hängt — auch wenn es niemand hören will! — damit zusammen, daß Völker aus heißeren Gegenden auch heißblütiger und — im Schnitt — weniger intelligent sind. Wer einen geringen IQ aufweist ist im Schnitt auch gewaltbereiter und hat weniger Mitleid, kann sich schlechter in andere hineinversetzen — das trifft durchaus auch auf unsere Unterschichten zu, wie Vonderach anmerkt, obwohl diese weniger aggressiv ist (alles im Schnitt). Siehe auch Vonderachs „Völkerpsychologie“. Die aggressivsten sind jedoch arabischstämmige Menschen, da diese den Genotyp MAOA-2R zu 15,6% haben, während dies nur auf 0,1% bis 0,5% der Europäer zutrifft. Daher ist eine Vermischung, wie ich an anderer Stelle schon anmerkte, das sichere Mittel zum Untergang Europas.

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  2. Zum Glück trägt er einen Hut, dadurch erkennt man gleich, dass er Künstler ist. Siehe Beuys, von Hagen. Als Betrachter weiß man dann, dass das Werk etwas-zu-tun-hat-mit was auch immer und er dank seines Genius zu tieferen Einsichten in was auch immer fähig ist als unsereiner, der zu den seinen nur auf den Krücken der Wirklichkeitserfassung und des Modus ponens gelangt. Der Hut behütet so vor unbilliger Kritik, außer vielleicht, wenn die Sphäre des Sakralen berührt wird. Dieses zeigt sich daran, dass alle auf das unwiderlegliche Argument Also-das-geht-ja-gar-nicht rekurrieren. Siehe Stockhausen und sein größtes Kunstwerk aller Zeiten. Aber wer weiß, vielleicht hätte ja auch hier ein Hut geholfen …

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  3. Nun, die Installation scheint bei Ihnen nicht recht gewirkt zu haben: statt Friede hat er Ärger gesät. Was machen Sie also falsch?

    Habe mir das Gesamtkunstwerk auf Youtube anschauen wollen und bin auf dieses wunderbare Interview mit dem Künstler gestoßen.

    Der Mann ist einfach ungebildet, hat Hobbes nie gelesen, rechnet „Nackt unter Wölfen“ Anna Seghers zu und ist im Übrigen nur ein Phrasendrescher – allerdings mit Gespür für den Zeitgeist. Mit diesem Kram kann er nun ganz Deutschland bereisen und hat die Aufmerksamkeit der Medien sicher.

    Die andere Seite ist das wirkliche Problem, die zwanzig diskreditierenden Spinner.

    Man kann das Thema „homo homini lupus est“ tatsächlich auch künstlerisch behandeln: http://www.erikseidel.de/html/lenker_bild5.html

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